Artikel 2 (2): Dieses †bereinkommen wird als Ausdruck der Gerechtigkeit
und des Grundsatzes der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten
und jeweiligen FŠhigkeiten
angesichts der unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten durchgefŸhrt.

Artikel 3: Zur Verwirklichung des in Artikel 2 genannten Zieles dieses †bereinkommens sind von allen Vertragsparteien als national festgelegte BeitrŠge zu der weltweiten Reaktion auf KlimaŠnderungen ehrgeizige Anstrengungen im Sinne der Artikel 4, 7, 9, 10, 11 und 13 zu unternehmen und zu Ÿbermitteln. Die Anstrengungen aller Vertragsparteien werden im Laufe der Zeit eine Steigerung darstellen, wobei die Notwendigkeit anerkannt wird, de Vertragsparteien, die EntwicklungslŠnder sind, bei der wirksamen DurchfŸhrung dieses †bereinkommens zu unterstŸtzen.

†bereinkommen von Paris

Zum deutschen Gestaltungsrahmen des 1.5 Grad-Ziels

Kurzfassung

Deutschlands CO2-Emissionen gehen im Rauschen der Atmung der globalen Vegetation unter. Diesen kleinen Anteil an den globalen CO2-Emissionen wird Deutschland im Rahmen des Pariser Klimaabkommens weiter reduzieren.

  1. Globales CO2-Budget
    Zu diesem Zweck Ÿbersetzt im ersten Schritt die Weltgemeinschaft die im Abkommen genannte ErderwŠrmung mit den Erdsystemmodellen in einen Bereich von global noch zulŠssigen Kohlenstoff-Emissionen, das "globale Kohlenstoffbudget" (nŠherungsweise gleich dem globalen CO2-Budget).
  2. VerteilungsschlŸssel
    Im zweiten Schritt legt jedes Land auf der Grundlage der equity (Gerechtigkeit, Fairness) das Ziel fest, das seinen Anteil am globalen Budget spezifiziert (Paris-Abkommen, Artikel 3 und 4).

Beide Schritte lassen einen breiten Gestaltungsfreiraum (den Ÿbrigens das deutsche Bundesverfassungsgericht in seinen Randnummern 218-237 Šhnlich wie im folgenden hier dargestellt beschreibt (im Cache).

  1. Die Erdsystemmodelle kšnnen wegen ihrer UnschŠrfe (Hunderte bis Ÿber tausend GtCO2) den Einfluss der deutschen CO2-Emissionen (≤ 15 GtCO2 im Zeitraum 2020 bis 2060) auf die ErderwŠrmung nicht angeben.
  2. In der deutschen Gesellschaft betrifft die gegenwŠrtige Diskussion zum anthropogenen Anteil an der KlimaerwŠrmung und zur Paris-KompatibilitŠt den VerteilungsschlŸssel -meist ohne ihn explizit zu benennen.

Inhaltsverzeichnis

1. Die Erdsystemmodelle liefern ein globales CO2-Budget mit einer UnschŠrfe, die 2 Grš§enordnungen Ÿber den deutschen CO2-Emissionen 2020 bis 2060 nach Klimaschutzgesetz liegt.

Die erste von zwei UnschŠrfen im Begriff "Paris-KompatibilitŠt" stammt aus dem Klimamodell (z.B. einem Earth System Model, ESM), mit dem man das Paris-Ziel (1.5 ... 2 °C) in eine noch zur VerfŸgung stehende globale CO2-Emission Ÿbersetzt. In der Kommunikation der UnschŠrfe wird hŠufig das TCRE-Modell als NŠherung an die Earth System Models benutzt (IPCC Special Report on the impacts of global warming of 1.5¡C above pre-industrial levels ... (SR15, Kapitel 2, Seite 105) (Abbildung 1). Es bringt Šhnliche Ergebnisse wie das Equilibrium Climate Sensitivity-Modell (dicke schwarze Kurven in dieser Abbildung, ECS).

Nach dem TCRE-Modell ist die Global Mean Surface Temperature (GMST) in einem weiten Bereich eine lineare Funktion der kumulativen CO2-Emissionen. Die Steigung dieser Funktion nimmt man willkŸrlich als um einen Mittelwert μ = 0.542 °C / (1000 GtCO2) mit einer Breite σ = 0.288 °C / (1000 GtCO2) normalverteilt an. Mit einem solchen FŠcher gibt das TCRE-Modell also die Bandbreite der globalen ErwŠrmung GMST als Funktion der kumulativen CO2-Emissionen wieder, welche die Earth System Models (ESMs) liefern.

Der Einfluss von anderen Treibhausgasen wird zuweilen nŠherungsweise durch eine geringe vertikale Verschiebung ΔT des TCRE-FŠchers berŸcksichtigt. Dem folge ich hier: Wenn Reduktionspfade nur pauschal fŸr CO2eq angegeben werden, verschiebe ich der Figure 2.3 im SR15 folgend den TCRE-FŠcherursprung vertikal um ΔT = 0.058 °C.


tcre-fan/fig2.3_n.png

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Reproduktion der Originalabbildung auf Seite 105 von SR15 Kapitel 2

Abb. 1: Die 15 Earth System Models (ESMs) und 5 Earth System Models of Intermediate Complexity (EMICs) liefern zu jeder kumulativen CO2-Emission einen Bereich, in dem die Global Mean Surface Temperature (GMST) liegt. Das TCRE-Modell stellt die Ergebnisse der Earth System Models nŠherungsweise mit einem FŠcher dar.

€hnliche Abbildung im IPCC AR6: Figure 5.31: Illustration of relationship between cumulative emissions of carbon dioxide (CO2) and global mean surface air temperature (GSAT) increase Quelle: Seite 750, Chapter 5 in Climate Change 2021: The Physical Sciences Basis, Working Group I to the 6th Assessment Report of the IPCC

Die Steigungen der FŠchergeraden werden als normalverteilt angenommen: Unterhalb der x%TCRE-Linie liegen x% der ESM-Ergebnisse.

GrŸnde fŸr die breite Fahne, in der GMST liegt, sind methodischer Art und die Parameter-Unsicherheiten. Die ESMs und EMICs unterscheiden sich in ihren Modellannahmen. Nach heutigem Wissensstand sind diese alle gleich berechtigt.

Nach meinem VerstŠndnis reprŠsentiert jede FŠcherlinie ein Spektrum von mšglichen Klimaprozessen, wie sie in den ESMs und EMICs dargestellt werden.

  • Die FŠcherlinien unterscheiden sich nicht nur in der Auswahl der Klimaprozesse, die in Betracht gezogen werden, sondern auch in der StŠrke, mit der sie beitragen.
  • Unsere menschengemachten CO2-Emissionen kšnnen also ein Spektrum von Prozessen auslšsen, und jede Prozess-Kombination erzeugt seine eigene globale ErwŠrmung GMST.
  • In diesem Sinn vergleiche ich die CO2-Emission fŸr die Erde mit einer Infektion eines Lebewesens ("Gaia"): sie kann -je nach der Art und StŠrke des Immunsystems- eine Reihe von Symptomen und Krankheiten und daraus folgenden Fiebertemperaturen auslšsen.
  • In diesem Vergleich wŠre das Kohlenstoffkreislaufmodell ein Teil von Gaias Immunsystem.
  • Im Pariser-Klimaabkommen haben sich die IndustrielŠnder bei der Entwicklung von "Infektionsschutzma§nahmen" synchronisiert.

Die schwarze Linie mit schwarzen Punkten stellt den mittleren jŠhrlichen Verlauf dar, den die ESMs und EMICs liefern (nicht den beobachteten Verlauf). Sie setzt sich fort in der roten Linie gleicher Dicke, die den mittleren von ESMs/EMICs vorhergesagten Verlauf angibt. Die Vorhersage gilt fŸr den Representative Concentration Pathway RCP8.5, wobei 8.5 die durch menschengemachte Emissionen im Jahr 2100 erzeugte specific radiative forcing in Watt/m2 angibt (8.5 Watt/m2).

Bg(1.5C,33%) ist das globale CO2-Budget im Jahr 2010, das mit 33% TCRE-Wahrscheinlichkeit die globale ErwŠrmung GMST bei 1.5 °C hŠlt.

TCRE-Wahrscheinlichkeit beruht auf zwei Annahmen: Die Ergebnisse der ESMs und EMICS

  1. sind Ÿber den TCRE-FŠcher normalverteilt und
  2. haben keine systematische Voreingenommenheit (Bias). Dieckhoff und Leuschner (2016) haben GrŸnde diskutiert, welche gegen diese Annahme sprechen.

Sie gibt also keine Auskunft Ÿber die Wahrscheinlichkeit, mit der GMST = Tlim = 1.5 °C nach einer kumulativen CO2-Emission Bg(1.5C,33%) eintritt.

Figure 2.3 | Temperature changes from 1850Ð1900 versus cumulative CO2 emissions since 1st January 1876.

  • Solid lines with dots reproduce the globally averaged near-surface air temperature response to cumulative CO2 emissions plus non-CO2 forcers as assessed in Figure SPM10 of WGI AR5, except that points marked with years relate to a particular year, unlike in WGI AR5 Figure SPM.10, where each point relates to the mean over the previous decade.
  • The AR5 data was derived from 15 Earth system models and 5 Earth system models of Intermediate Complexity for the historic observations (black) and RCP 8.5 scenario (red), and
  • the red shaded plume shows the range across the[se] models as presented in the AR5.
  • The purple shaded plume and the line are indicative of the temperature response to cumulative CO2 emissions and non-CO2 warming adopted in this report.
  • The 2010 observation of surface temperature change (0.97¡C based on 2006Ð2015 mean compared to 1850Ð1900, Kapitel 1, Section 1.2.1) and cumulative carbon dioxide emissions from 1876 to the end of 2010 of 1,930 GtCO2 (Le QuŽrŽ et al., 2018) is shown as a filled purple diamond.
  • The value for 2017 based on the latest cumulative carbon emissions up to the end of 2017 of 2,220 GtCO2 (Version 1.3 accessed 22 May 2018) and a surface temperature anomaly of 1.1¡C based on an assumed temperature increase of 0.2¡C per decade is shown as a hollow purple diamond.
  • The thin blue line shows annual observations, with CO2 emissions from Le QuŽrŽ et al. (2018) and estimated globally averaged near-surface temperature from scaling the incomplete coverage and blended HadCRUT4 dataset (in Kapitel 1).
  • The [vertical] http://acamedia.info/sciences/sciliterature/globalw/reference/aeg-ag/topics/hs-nb_2021/Hs-Nb_18.5.2021/literatur/TCRE/2SM_V19_for_web_fig2.SM.3.png">thin black line shows the CMIP5 (Coupled Model Intercomparison Project Phase 5, YouTube video), multimodel mean estimate with CO2 emissions also from (Le QuŽrŽ et al., 2018).
  • The dashed http://acamedia.info/sciences/sciliterature/globalw/reference/aeg-ag/topics/hs-nb_2021/Hs-Nb_18.5.2021/literatur/TCRE/2SM_V19_for_web_fig2.SM.3.png">thin black line shows the GMST historic warming trends from Kapitel 1, which give lower temperature changes up to 2006Ð2015 of 0.87¡C and would lead to a larger remaining carbon budget.
  • The [vertical] black lines illustrate the remaining carbon budget estimates for 1.5¡C given in Table 2.2.
  • Note these remaining budgets exclude possible Earth system feedbacks that could reduce the budget, such as CO2 and CH4 release from permafrost thawing and tropical wetlands (see Section 2.2.2.2 on page 105 of SR15).

(†bersetzung ins Deutsche mit DeepL)

Quelle: SR15 Kapitel 2, Seite 105


Mit dem linearen TCRE-Modell berechnet man den Bereich, in dem das global verbleibende CO2-Budget Bg liegt, das die GMST zwischen 1.5 und 2 Grad Celsius hŠlt (Abbildung 2).


tcre-fan/tcre-fan_2020.png

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Abb. 2: Das globale CO2-Budget Bg hŠngt vom Klimamodell ab, insbesondere davon, welche TCRE-FŠcherlinie man beliebig auswŠhlt. (Daten von IPCC AR5)
(Abbildung im IPCC AR6: Figure 5.31)

ZusŠtzlich zur Fahne in Abbildung 1 ist hier nach Fig. 2.3, Seite 63 von Climate Change 2014, Synthesis Report eine zweite, Ÿberlappende Fahne eingezeichnet. WŠhrend die untere (die aus Abbildung 1) die Ergebnisse der ESMs/EMICs enthŠlt, wenn nur CO2 berŸcksichtigt wird, enthŠlt die obere die Ergebnisse der ESMs/EMICs, wenn alle Treibhausgase berŸcksichtigt werden.

Das im Jahr 2020 global zur VerfŸgung stehende CO2-Budget ist nur sehr unscharf vorhersehbar (Šhnliche Werte aus dem IPCC 6 Assessment Report, Working Group WGI, Kapitel 5, Tabelle 5.8, Seite 753).

  • WŠhlt man die 50%TCRE-Linie, ist das CO2-Budget Bg(1.5°C, 50%TCRE) = 620 GtCO2
  • WŠhlt man die 67%TCRE-Linie, ist das CO2-Budget Bg(1.5°C, 67%TCRE) = 500 GtCO2
  • WŠhlt man die 90%TCRE-Linie, ist das CO2-Budget Bg(1.5°C, 90%TCRE) = 330 GtCO2

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 wurden global 37 GtCO2 emittiert.

IPCC_AR6/table5.8.png

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Tabelle 5.8 - Das geschŠtzte verbleibende Kohlenstoffbudget Bg(t°C, x%) und die entsprechenden Unsicherheiten nach IPCC WGI AR6.
Es werden SchŠtzungen fŸr die zusŠtzliche, durch den Menschen verursachte ErwŠrmung vorgelegt, ausgedrŸckt als globale durchschnittliche OberflŠchenlufttemperatur seit der jŸngsten Vergangenheit (2010-2019, Spalte 1), die wahrscheinlich 0,8 bis 1,3 mit einer besten SchŠtzung von 1,07 ¡C im Vergleich zu 1850-1900 betrŠgt.

t°C ist die globale durchschnittliche OberflŠchentemperaturerhšhung (Spalte 2) seit 1850 - 1900. x% sind die TCRE-Perzentile in Spalten 3 - 7.

Anmerkungen zur Tabelle 5.8

Quelle: Seite 753 in Global Carbon and other Biogeochemical Cycles and Feedbacks. Chapter 5 in Climate Change 2021: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change

1.1 TCRE-Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses gibt den Bruchteil der Modelle an, die dieses Ergebnis liefern.

Der TCRE-FŠcher ist sehr breit. Das CO2-Budget Bg liegt in einem UnschŠrfebereich von Hunderten von GtCO2 Breite (Tabelle 5.8). (Zum Vergleich: 2018 wurden global 10 GtC = 37 GtCO2 emittiert.) DarŸberhinaus kann von der FŠcherbreite nicht auf die Unsicherheiten in der realen Welt geschlossen werden.

Mir scheint, zusŠtzlich zum Bias der Klimaforschung gibt es nur eine vage Vorstellung davon, welche unter den FŠcherlinien mehr VerlŠsslichkeit bieten.
(Zur Erinnerung: im Argument von Bg(1.5°C, x%TCRE) gibt x den Prozentsatz von Modellergebnissen an, die GMST ≤ 1.5°C liefert. x ist nicht die reale Wahrscheinlichkeit fŸr GMST ≤ 1.5°C, siehe auch "2.1.3 Deep uncertainty" in On the use and misuse of climate change projections in international development, Hannah Nissan et al. 2019).

2. Die Aufteilung des globalen CO2-Budgets ist offen.

2.1 Der VerteilungsschlŸssel

Die zweite Quelle fŸr die UnschŠrfe des Begriffs "Paris-KompatibilitŠt" ist die Aufteilung des globalen Budgets Bg auf die Weltbevšlkerung, z.B. Nationen.

2.1.1 Gleiche Verteilung des globalen CO2-Budgets auf die gesamte Weltbevšlkerung (Equal Per Capita, EPC)

Nach diesem VerteilungsschlŸssel wird Bg gleichmЧig auf alle 8 Mrd. Menschen verteilt. Deutschland erhŠlt damit den Bruchteil 80 Mio. / 8 Mrd. = 0.01 von Bg. Fortan ist in diesem Papier der Faktor 0.01 oder dessen reziproker Wert 100 immer eine Folge des EPC-VerteilungsschlŸssels.

Gleiche Verteilung EPC allein legt nicht fest, wieviel Emissionen der Vergangenheit berŸcksichtigt werden mŸssen. In den Abbildung 2 und Tabelle 5.8 wurde das Jahr 2020 gewŠhlt. Je mehr CO2-Emissionen der Vergangenheit berŸcksichtigt werden, umso mehr wird Deutschland Paris-inkompatibel (Abbildungen 3).

2.1.2 Fairness (CAT Fair-Share)

Climate Action Tracker (CAT) verwendet ein umfassenderes Bewertungssystem (im Cache) fŸr die Verteilung des globalen Budgets Bg: ZusŠtzlich zu einem EPC-Šhnlichen VerteilungsschlŸssel fŸr das globale CO2-Budget Bg(t°C, x%TCRE) werden die auf Seite 2 in New Rating Methodology beschriebenen CAT Fair-Share-Teilaspekte einbezogen:

Der -meiner Meinung nach nicht ausreichend verstŠndlich beschriebene- CAT Fair-Share-Rahmen legt fŸr jedes Land die zulŠssigen Emissionen fest, die bei Anwendung durch alle LŠnder global zu einem bestimmten ErwŠrmungsniveau fŸhren wŸrden.

The modelled domestic pathway-based target ÔtemperatureÕ rating reflects the warming we would expect if all countriesÕ targets fell on an emissions pathway consistent with limiting warming to that level in a globally cost-effective way.
(Seite 5 in New Rating Methodology)

3. Wegen der UnschŠrfe in 1 und 2 ist Deutschland in einem breiten Gestaltungsraum Paris-kompatibel.

Deutsche kumulative CO2-Emissionen

3.1 Nach dem EPC-SchlŸssel erfŸllen verschiedene Reduktionspfade das 1.5 Grad-Ziel

Im folgenden werden die Reduktionpfade der deutschen jŠhrlichen CO2-Emissionen thgn(t) im Zeitraum t = 2020 ... 2060 auf Paris-KompatibilitŠt untersucht, indem der EPC-VerteilungsschlŸssel zugrunde gelegt wird. Der Faktor 100 oder 0.01 ist auf diesen beliebig gewŠhlten SchlŸssel zurŸckzufŸhren und kann sich -je nach berŸcksichtigten Aspekten der Verteilungsgerechtigkeit- in weiten Grenzen Šndern. Weil das deutsche CO2-Budget sich vom globalen CO2-Budget ableitet

Bn(t°C, x%TCRE) = 0.01 Bg(t°C, x%TCRE)

kann das deutsche CO2-Budget in ebenso weiten Grenzen variieren.

cn ist die Summe der thgn(t) von ti = 2020 bis 2060, also Deutschlands kumulative CO2-Emission im Zeitraum 2020 bis 2060.

Cn = 100 cn
cn = Σti[thgKSG(ti)]

Cn wird in den Abbildungen 1 - 3, cn in den Abbildungen 4, 6 und im anschlie§enden Video verwendet.

3.1.1 Die UnschŠrfe von Deutschlands CO2-Budget als Folge der UnschŠrfe der Klimamodelle

Aus Abbildung 2 kann man das deutsche CO2-Budget Bn(1.5°C, x%TCRE), ablesen, indem man die globalen Werte Bg(1.5°C, x%TCRE) entsprechend dem EPC-VerteilungsschlŸssel mit 0.01 multipliziert.

Deutschlands CO2-Budget ab dem Jahr 2020
Bn(t°C, x%TCRE) = 0.01 Bg(t°C, x%TCRE)

Beispiel: Ab 2020 steht Deutschland fŸr 1.5°C-Paris-KompatibilitŠt mit

zu.

Zum Vergleich: Im Jahr 2020 emittierte Deutschland thgn(2020) = 0.88 GtCO2eq/a (= 0.73 GtCO2/a) nach Umweltbundesamt.

3.1.2 Reduktionspfade nach Klimaschutzgesetz und nach VorschlŠgen aus Wirtschaft und Gesellschaft

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Abb. 3: Modell-basierte Paris-KompatibilitŠt der Reduktionspfade des Klimaschutzgesetzes 2021 (KSG) und von Fridays For Future (FFF)

Cn(KSG) ist -entsprechend dem EPC-VerteilungsschlŸssel- das 100-fache der Summe der deutschen jŠhrlichen Emissionen thgKSG(ti) in den Jahren ti = 2020 ... 2060 nach Klimaschutzgesetz 2021:

  • Cn(KSG) = 100 Σti[thgKSG(ti)] = Bg(t°C, x%TCRE) mit
    • x = 65%TCRE-Wahrscheinlichkeit, t°C = 1.7°C, d.h. der Reduktionspfad hŠlt die 1.7-Grad-Grenze mit 65%TCRE-Wahrscheinlichkeit ein,
    • x = 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit, t°C = 1.9°C, d.h. der Reduktionspfad hŠlt die 1.9-Grad-Grenze mit 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit ein.
  • Analoges gilt fŸr den Reduktionspfad nach Fridays for Future (FFF): Cn(FFF) fŸhrt auf der 90%TCRE-FŠcherlinie bis 1.7 °C.
    • Daher nennt man den FFF-Reduktionspfad "mit 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit 1.7-Grad-kompatibel".

nicht eingezeichnet:
Modell-basierte Paris-KompatibilitŠt des Reduktionspfads BDI80 fŸr den Zeitraum ti = 2020 ... 2060
(Wert fŸr Σti[thgBDI80(ti)] ≤ 10 GtCO2 nach Abbildung 5, Werte fŸr Bg(t°C, x%TCRE) aus Tabelle 5.8)

  • Cn(BDI80) = 100 Σti[thgBDI80(ti)] = Bg(t°C, x%TCRE) mit
    • x = 33%TCRE-Wahrscheinlichkeit, t°C = 1.7°C, d.h. der Reduktionspfad BDI80 hŠlt die 1.7-Grad-Grenze mit 33%TCRE-Wahrscheinlichkeit ein,
    • x = 67%TCRE-Wahrscheinlichkeit, t°C = 1.9°C, d.h. der Reduktionspfad BDI80 hŠlt die 1.9-Grad-Grenze mit 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit ein.

3.1.2.1 Ein einfacher Vergleich der Reduktionspfade mit dem CO2-Budget (TCRE-Daten vom IPCC WGI AR5)

Die Reduktionspfade thgpfad(t) werden meist als jŠhrliche Emissionen Ÿber der Zeit t dargestellt. Die kumulativen Emissionen cn sind darin die FlŠchen unter den Reduktionspfaden thgpfad(t), und ebenso sind in dieser Darstellung die deutschen CO2-Budgets Bn(t°C, x%TCRE) FlŠchen.

Bn(t°C, x%TCRE) = 0.01 Bg(t°C, x%TCRE)

Um sie mit den FlŠchen unter den Reduktionspfaden optisch vergleichen zu kšnnen, stellt man Bn(t°C, x%TCRE) als Dreiecke mit Spitze im Jahr 2020 dar. In Abbildung 4 und im Video darunter ist das Dreieck mit der FlŠche Bn(t°C, 90%TCRE) rot eingefŠrbt. Die Gesamtheit der Dreiecke zu einer gewŠhlten ErwŠrmung GMST bildet den FŠcher aus grauen Geraden ("TCRE-FŠcher" Bn(GMST, x%TCRE) in den Abbildungen 4, 5 und im Video unter Abbildung 4).

In Abbildung 4 werden der Reduktionspfad von Fridays for Future (FFF) und der nach Klimaschutzgesetz 2021 (KSchG) geforderte mit dem deutschen CO2-Budget Bn(1.5°C, x%TCRE) verglichen und in Abbildung 5 mit Bn(1.7°C, x%TCRE).

  1. Fridays For Future (FFF) bleibt innerhalb des CO2-Budgets Bn(1.5°C, 50%TCRE),
  2. Das Klimaschutzgesetz (KSchG) bleibt innerhalb des CO2-Budgets Bn(1.5°C, 30%TCRE).

Die Emissionen des durchschnittlichen einzelnen Deutschen und sein CO2-Budget sind annŠhernd um den Faktor 80 Millionen kleiner (rechte Ordinate in Abbildung 4). Als Beispiel ist in Abbildung 4 der Reduktionspfad (kschg) eingezeichnet, der nach dem EPC-VerteilungsschlŸssel fŸr einen Deutschen p gilt, der seine Emissionen gegenŸber dem Durchschnitt halbiert hat (mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts kann man seine individuellen Emissionen berechnen und in der Abbildung mit seinem CO2-Budget vergleichen).

In Abbildung 5 und im Video wird das in Abbildung 4 verwendete Verfahren auf weitere Reduktionspfade und ErderwŠrmungen angewendet.

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Abb. 4: Vergleich von deutschen CO2eq-Reduktionspfaden und deutschem CO2-Budget Bn(1.5°C, x%TCRE) nach EPC.

Deutsche CO2eq-Emissionspfade der Vergangenheit und ab 2020 wie von Fridays For Future (FFF) und dem Klimaschutzgesetz 2021 (KSchG) gefordert. Linke Ordinate gibt die jŠhrlichen Emissionen von Deutschland als ganzem an, die rechte Ordinate die eines einzelnen Deutschen. Der Reduktionspfad kschg entspricht einer deutschen Person p, die ihre CO2eq-Emissionen gegenŸber dem deutschen Durchschnitt halbiert.

Die CO2-Emissionsreduktionen nach Fridays For Future (FFF) und dem Klimaschutzgesetz (KSchG) liegen innerhalb des deutschen Budgets Bn(1.5°C, 50%TCRE) bzw. Bn(1.5°C, 30%TCRE). Die Person p emittiert etwa Bp(1.5°C, 90%TCRE). Das ist daran ablesbar, dass die FlŠche unter ihrer Reduktionskurve kschg in etwa die des roten Dreiecks Bp(1.5°C, 90%TCRE) ist.

show4fan/FFF-CED_video.png

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Video: Die deutschen CO2-Budgets Bn(GMST, x%TCRE) nach EPC fŸr verschiedene ErderwŠrmungen 1.5°C ≤ GMST ≤ 2.7°C (rechtwinklige Dreiecke mit Spitze im Jahr 2020).
Je hšher die ErwŠrmungsgrenze GMST ist, desto TCRE-wahrscheinlicher ist ein Reduktionspfad GMST-kompatibel.

show4fan/1.7C_FFF-CED.png

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Abb. 5: Vergleich von CO2eq-Reduktionspfaden aus Wirtschaft und Gesellschaft und deutschem CO2-Budget Bn(1.7°C, x%TCRE) nach EPC.

KSG: Klimaschutzgesetz 2021, FFF: Fridays For Future (im Cache), BDI: Bundesverband der Deutschen Industrie (im Cache, Details), dena: dena-Leitstudie "Aufbruch KlimaneutralitŠt" (im Cache), CED: Circular Economy Deutschland (im Cache).

Entsprechend dem EPC-VerteilungsschlŸssel sind die deutschen CO2-Budgets 1 Prozent der globalen CO2-Budgets:

Bn(t°C, x%TCRE) = 0.01 Bg(t°C, x%TCRE)

Hier sind die deutschen CO2-Budgets Bn(1.7°C, x%TCRE) als rechtwinklige Dreiecke mit Spitze im Jahr 2020 eingezeichnet. Die zu den (grau gezeichneten) FŠcherlinien gehšrigen x% sind unterhalb der Zeitachse notiert. Die Reduktionspfade werden bewertet, indem man die FlŠchen unter ihnen optisch mit diesen DreiecksflŠchen vergieicht.

  • Die FlŠche cn unter dem Reduktionspfad thgFFF(ti) nach Fridays for Future (FFF)
    cn(FFF) = Σti[thgFFF(ti)], mit ti = 2020, 2021, ... 2060

    ist ebenso gro§ wie die DreiecksflŠche Bn(1.7°C, 90%TCRE) unter der grauen FŠcherlinie 90%TCRE.

  • Daher nennt man den FFF-Reduktionspfad "mit 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit 1.7-Grad-kompatibel".

  • Analoges gilt fŸr die anderen Reduktionspfade.
    • KSG ist wegen
      cn(KSG) = Σti[thgKSG(ti)] ≤ Bn(t°C, x%TCRE) mit
      • x = 65%TCRE-Wahrscheinlichkeit, t°C = 1.7°C. Man sagt: "Der KSG-Redukionspfad hŠlt die 1.7-Grad-Grenze mit 65%TCRE-Wahrscheinlichkeit ein."
      • nicht in Abb.6 eingezeichnet, aber im Video zu sehen:
        x = 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit, t°C = 1.9°C, d.h. der KSG-Reduktionspfad ist mit 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit 1.9-Grad-kompatibel.
    • dena ist mit
      • 50%TCRE-Wahrscheinlichkeit 1.7-Grad-kompatibel
      • der dena-Pfad ist "mit 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit 2.1-Grad-kompatibel".
    • CED ist mit
      • 40%TCRE-Wahrscheinlichkeit 1.7-Grad-kompatibel.
      • 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit 2.2-Grad-kompatibel
    • BDI95 ist mit
      • etwa 50%TCRE-Wahrscheinlichkeit 1.7-Grad-kompatibel.
      • 90%TCRE-Wahrscheinlichkeit 2.1-Grad-kompatibel
    • BDI80 ist mit

3.2 Nach CAT Fair-Share sind die deutschen Reduktionspfade unzureichend.

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Abb. 6: Climate Action Tracker: Deutschlands Reduktionen sind unzureichend
Climate Action Tracker verwendet mit CAT Fair-Share ein Algorithmus- und Literatur-basiertes Bewertungssystem (im Cache), Modelled domestic pathways (im Cache).

Der "Modelled pathway" fŸhrt nach CAT zu einer globalen ErwŠrmung zwischen 1.5°C und 2°C ("almost sufficient"). Eine Šhnliche Aussage erhŠlt man mit dem EPC-VerteilungsschlŸssel (Abbildungen 4 und 5, Video) fŸr 1.5 °C ≤ GMST ≤ 2.7°C und 90% ≤ x%TCRE ≤ 70%).

Die Bewertung nach dem CAT Fair-Share-Vorgehen modifiziert diese Aussage hin zu "•nsufficient".

Quelle der Abbildung:
Germany Summary, Targets (im Cache).

Interessant ist (Abbildung 5, Video),

Ich habe bei CAT keinen Bezug zu Reduktionspfaden aus dem Bereich der Wirtschaft oder Industrie gefunden und deute CAT's Bewertung als seine ganz eigene Interpretation der equity-Forderung des Paris-Abkommens, Artikel 3 und 4 (Netzwerk, in dem CAT arbeitet).

4. Deutschlands Kohlenstoff-Emissionen verschwinden im Rauschen der Kohlenstoff-Aufnahme durch die globale Vegetation

Die in Kapitel 3 dargestellten unterschiedlichen Auslegungen der Paris-Vereinbarung equity fŸhren zu unterschiedlichen Reduktonen der LŠnge des kleinen schwarzen Balkens "Deutschland" (Abbildung 7) in den Jahren nach 2020. Selbst wenn wir Deutschen durch einen au§ergewšhnlichen Kraftakt unsere CO2-Emissionen in allernŠchster Zukunft auf nahe 0 senken wŸrden, wŸrde das global schwer erkennbar sein.


Abb. 7: Schwankungen der terrestrischen Senke, d.h. der jŠhrlichen Kohlenstoff-Aufnahme durch die Vegetation. Quelle: Seite 127 in Global Carbon Budget 2021 (zum Vergleich hier mit den Daten von Global Carbon Budget 2022)

Balken "Deutschland": deutsche Kohlenstoff-Emissionen im Jahr 2020 (0.7 GtCO2),

Die terrestrische CO2-Senke wird mit dynamischen globalen Vegetationsmodellen (DGVMs) abgeschŠtzt (Unsicherheiten: Seite 123 in Global Carbon Budget 2021). Die Schwankungen von Jahr zu Jahr betragen etwa 4 GtCO2/Jahr, so dass kleine jŠhrliche €nderungen der anthropogenen Emissionen (z.B. einer Reduktion der deutschen Emissionen auf nahe 0) in der globalen atmosphŠrischen CO2-Konzentration nur schwer zu erkennen sind (Seite 7 in Global Carbon Budget 2021).

5. Zusammenfassung

5.1 Paris-KompatibilitŠt

In der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens bewertet man die CO2-Emissionen mit einem Verfahren, das weiten Gestaltungsraum lŠsst. Es besteht aus 2 Schritten.

  1. den Erdsystem-Modellen. Mit ihnen berechnet man das globale CO2-Budget, d.h. wieviel CO2 global noch emittiert werden darf, wenn eine vorgegebene ErderwŠrmung nicht Ÿberschritten werden darf. Die Streuung ihrer Ergebnisse fŸr das globale CO2-Budget wird nŠherungsweise mit dem -linearen- TCRE-Modell als normalverteilt angenommen: Je hŠufiger ein Ergebnis auftritt, als desto "TCRE-wahrscheinlicher" wird es formal eingestuft.
  2. einem VerteilungsschlŸssel. Nach ihm wird das globale CO2-Budget unter den Nationen aufgeteilt (EPC, CAT Fair-Share).

Zu (1) Erdsystem-Modelle
Mit der Angabe des global noch verfŸgbaren CO2-Budgets liefern Erdsystem-Modelle trotz ihres Bias die beste Orientierung, die die Wissenschaft zur Zeit liefern kann. Wir mŸssen dabei aber ihre Begrenzungen berŸcksichtigen.

Zu (2) AufteilungsschlŸssel
Das ungelšste Problem der zielfŸhrenden Aufteilung des globalen CO2-Budgets auf z.B. Staaten diskutiert die Working Group 3 des IPCC im Assessment Report 5. Im Parisabkommen verpflichten sich die Staaten zu einer Verteilungsgerechtigkeit.

5.2 Klimakompetentes Handeln

Trotz der UnschŠrfe in (1) und (2) kann Paris-KompatibilitŠt Orientierung auf dem Terrain des anthropogenen Anteils an der KlimaerwŠrmung geben. Dementsprechend haben sich verschiedene Wege zur Paris-KompatibilitŠt herausgebildet. Beispiele:

BŸrger und Politik in Deutschland kšnnten aber z.B. aus Klima-Besorgnis die Wirtschaftssektoren auf steilere, wirtschaftlich nicht zielfŸhrende Reduktionspfade zwingen. Die daraus folgende Reduktion der globalen CO2-Emissionen wŸrde im Rauschen verschwinden und daher einen vernachlŠssigbaren Beitrag zur Begrenzung der ErderwŠrmung liefern. "A decarbonized, but deindustrialized Europe is not a positive outcome for welfare in the EU, for global greenhouse gas emissions and other pollution vectors, for the security of European energy and other supply chains, as well as to secure continued public support for the transition. Perhaps as importantly, it would send a cautionary signal to trade partners around the world, and thereby potentially set back global decarbonization efforts."(Seite 24 in Clemens Fuest, Andrei Marcu, Michael Mehling "Climate Policy Priorities for the Next European Commission", March 2024)

Offensichtlich laufen individuelle und wirtschaftliche Wege zur Paris-KompatibilitŠt nicht auf demselben Reduktionspfad - sie brauchen es wegen der UnschŠrfe (1) und (2) bei der Festlegung von Paris-KompatibilitŠt auch nicht. Die Pfade werden sich je nach unseren individuellen FŠhigkeiten bzw. den FŠhigkeiten der wirtschaftlichen Akteure stark unterscheiden. In diesem Zusammenhang sollte diskutiert werden, auf welches Ziel Climate Action Tracker optimiert.

6. Anregungen

Je mehr wir auf die Kompetenz aller vertrauen kšnnen und selbst Kompetenz zeigen, desto zielfŸhrender wird die gesellschaftlich Diskussion bei der Auslegung von (1) und (2), und desto besser wird uns der gemeinsame beta-Test gelingen.
€hnlich argumentieren David Romps und Steven Koonin in "Scientific Certainties and Uncertainties in our Climate Future, Steven Koonin and David Romps, University of California at Berkeley Nuclear Engineering Weekly Colloquiums (2022):

7. Verwendete Symbole

AR5 = IPCC Assessment Report 5 (2013 - 2014)
AR6 = IPCC Assessment Report 6 (2021 - 2023)
BDI = Bundesverband der Deutschen Industrie, Studie 2018 im Auftrag des BDI (im Cache)
BDI80 = BDI-Vorschlag fŸr einen THG-Reduktionspfad, der die THG-Emissionen der Industrie im Jahr 2050 um 80% gegenŸber 1990 reduziert
BDI95 = wie BDI80, aber mit einer Reduktion um 95%
CAT = Climate Action Tracker
CEAC = Circular Economy Deutschland
CO2-Budget (hier synonym mit "Kohelnstoffbudget" verwendet) = globale anthropogene CO2-Emission, nach der GMST zwischen 1.5 und 2°C bleibt.
dena = Deutsche Energie-Agentur
EMIC = Earth System Model of Intermediate Complexity
EPC = 0.01 = 80 Mio. (deutsche) Bevšlkerung / 8 Mrd. Weltbevšlkerung
EPC-VerteilungsschlŸssel = VerteilungsschlŸssel "Equal Per Capita", nach dem jeder der global 8 Mrd. Menschen denselben Anteil am globalen CO2-Budget Bg erhŠlt. Danach erhŠlt Deutschland mit seinen 80 Mio. Einwohnern das CO2-Budget Bn = 0.01 Bg wegen 80 Mio. / 8 Mrd. = 0.01.
ESM = Earth System Model
FFF = Fridays For Future
IPCC = Intergovernmental Panel on Climate Change
Klimamodell = Erdsystemmodell (z.B. ESM, EMIC)
KSG = Klimaschutzgesetz 2021 (KSG)
ECS = Eqilibrium Climate Sensitivity
GMST = Anstieg der Global Mean Surface Temperature seit dem Zeitraum 1850 bis 1900
MAGICC und FAIR = Klima-Modelle mit reduzierter KomplexitŠt
Pariser Klimaabkommen = Paris Agreement
VCI = Verband der Chemischen Industrie, Roadmap Chemie 2050 "Auf dem Weg zu einer treibhausgasneutralen chemischen Industrie in Deutschland" (2019) (im Cache)

TCRE = Transient Climate Response to cumulative Emissions (TCRE) of CO2, eine Approximation an die Earth System Models
TCRE-Wahrscheinlichkeit (x%TCRE) ist eine Perzentil-Angabe: Auf der x%TCRE-FŠcherlinie liegen die Ergebnisse von annŠhernd x% der ESMs und EMICs.
Beispiel nach Tabelle 5.8: etwa 67% der ESMs und EMICs besagen, dass fŸr eine ErderwŠrmung GMST = 1.5°C (2. Spalte) das globale Kohlenstoff-Budget nach dem 1.1.2020 Bg(1.5°C, 67%) = 400 GtCO2 betrŠgt.
Von der Wahrscheinlichkeit %TCRE in der Modellwelt der ESMs und EMICs kann man nicht verlŠsslich auf die Wahrscheinlichkeit in der realen Welt schlie§en.

THG = Treibhausgase

Bg(t°C, x%TCRE) = globales CO2-Budget, das im Jahr 2100 mit x% TCRE-Wahrscheinlichkeit zu maximal GMST = t°C fŸhrt
n = Index fŸr deutsch
g = Index fŸr global
ti oder t = Jahr der deutschen CO2-Emission thgn(t)
cn = Σti[thgn(ti] = im Zeitraum ti, z.B. 2020 bis 2060, akkumulierte deutsche CO2-Emissionen
Cn = 100 cn = mit EPC-SchlŸssel skalierte akkumulierte deutsche CO2-Emission. Cn wird in den Abbildungen 1 - 4 verwendet.



Version: 31.10.2024

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Jochen Gruber