On the use and misuse of climate change projections in international development
Hannah Nissan,ÊLisa Goddard,ÊErin Coughlan de Perez,ÊJohn Furlow,ÊWalter Baethgen,ÊMadeleine C. Thomson,ÊSimon J. Mason
https://wires.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/wcc.579
Die ZuverlŠssigkeit probabilistischer Klimaprojektionen ist unbekannt. Im Gegensatz zu Wettervorhersagen, fŸr die wir viele vergangene TestfŠlle haben, kšnnen Klimaprojektionen nicht kalibriert werden (Knutti et al., 2010; Stainforth, Allen, Tredger, & Smith, 2007; Tebaldi & Knutti, 2007). Stattdessen werden die Wahrscheinlichkeiten aus den relativen HŠufigkeiten geschŠtzt, mit denen verschiedene Ergebnisse innerhalb eines Ensembles aus mehreren Modellen und Simulationen auftreten. Da diese Methode der Ableitung von Wahrscheinlichkeiten jedoch fŸr den grš§ten Teil des Globus unzuverlŠssig ist ..., sollte von der Sammlung von Modellen, die zu den zukŸnftigen Klimaprojektionen des IPCC beitragen, nicht erwartet werden, dass sie den wahren Unsicherheitsbereich auf sinnvolle oder quantitative Weise darstellen.
Vielmehr ist dieses "Ensemble der Mšglichkeiten" (Stainforth et al., 2007) einfach der Querschnitt der verfŸgbaren Modelle und Simulationen. Jeder Modelllauf stellt eine "beste SchŠtzung" des zukŸnftigen Klimas dar, so dass die Streuung eines Multimodel-Ensembles nicht die wahre Breite der Unsicherheit erfassen kann und auch nie sollte (Allen & Ingram, 2002; Hazeleger et al., 2015; Mote, Brekke, Duffy, & Maurer, 2011; Tang, Dessai, Tang, & Dessai, 2012). Die Wahrscheinlichkeit von Ergebnissen, die au§erhalb der Ensemble-Spanne liegen, kann nicht geschŠtzt werden. Au§erdem haben Modelle viele Komponenten gemeinsam und kšnnen nicht als voneinander unabhŠngig betrachtet werden (Stainforth et al., 2007).
Daher sollte eine ModellŸbereinstimmung nur dann Vertrauen vermitteln, wenn sie durch ein VerstŠndnis der wissenschaftlichen GrŸnde fŸr ein bestimmtes Ergebnis unterstŸtzt wird (Frigg, Smith, & Stainforth, 2015; Hewitson et al., 2014; Palmer, Doblas-Reyes, Weisheimer, & Rodwell, 2008).
Knutti et al. 2010
Challenges in combining projections from multiple climate models
Knutti, R., Furrer, R., Tebaldi, C., Cermak, J., Meehl, G. A.,
Journal of Climate, 23(10), 2739Ð2758 (2010).
https://doi.org/10.1175/2009JCLI3361.1
1. Einleitung
Da inzwischen feststeht, dass der Klimawandel der letzten 50 Jahre grš§tenteils auf den menschlichen Einfluss durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurŸckzufŸhren ist (Solomon et al. 2007), wŠchst die Besorgnis Ÿber kŸnftige KlimaverŠnderungen, die weitaus grš§er sein kšnnten als die beobachteten, und die Aufmerksamkeit richtet sich zunehmend auf Projektionen von Klimamodellen in der Hoffnung auf richtungsweisende Informationen Ÿber die zu erwartenden VerŠnderungen und auf Orientierungshilfen fŸr geeignete EindŠmmungs- und Anpassungsma§nahmen. Der Grad des Vertrauens, den wir in Modellergebnisse setzen, hŠngt jedoch im Wesentlichen davon ab, ob wir die Unsicherheit der Vorhersage quantifizieren und zeigen kšnnen, dass die Ergebnisse nicht stark von den Modellannahmen abhŠngen. Da es keine direkte †berprŸfung der Vorhersagen kŸnftiger VerŠnderungen gibt, mŸssen die ZuverlŠssigkeit der Modelle und ihre Unsicherheiten indirekt durch das VerstŠndnis der Prozesse und die Bewertung der Modelle in Bezug auf das vergangene und gegenwŠrtige Klima bewertet werden.
Unsicherheiten bei Zukunftsprojektionen stammen aus unterschiedlichen Quellen und werden in verschiedenen Phasen des Modellierungsprozesses eingefŸhrt. Unsicherheiten bei den Antriebsfaktoren (die sich in unterschiedlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Entscheidungen widerspiegeln) werden hŠufig umgangen, indem man sich auf (spezifische) Projektionen konzentriert, d. h. auf Vorhersagen, die von einem angenommenen Szenario abhŠngen (z. B. Nakicenovic und Swart 2000). Anfangs- und Randbedingungen sind fŸr langfristige Klimaprojektionen meist von geringer Bedeutung.
Der bei weitem grš§te Beitrag zur Unsicherheit ergibt sich aus der Tatsache, dass Klimamodelle unvollkommen sind und ihre Vorhersagen daher unsicher sind. Dieser Beitrag kann weiter unterteilt werden in
Die parametrische Unsicherheit 2 ergibt sich aus der Tatsache, dass bei vielen kleinrŠumigen Prozessen in Modellen deren gro§rŠumige Auswirkungen empirisch beschrieben und nicht gelšst werden mŸssen und dass die Werte in diesen Parametrisierungen nicht immer gut eingeschrŠnkt und in der realen Welt nicht direkt beobachtbar sind.
Strukturelle Unsicherheit 3 (manchmal auch als UnzulŠnglichkeit des Modells bezeichnet) bedeutet, dass das Modell mit keinem Parametersatz perfekt mit den Beobachtungen Ÿbereinstimmt (z. B. Sanderson et al. 2008), weil bestimmte Prozesse fehlen oder im Modell nur angenŠhert werden [siehe z. B. Stainforth et al. (2007) und Knutti (2008a) fŸr eine ausfŸhrlichere Diskussion].